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wie geht es Dir mit der Intimität auf Knopfdruck? Wie viel Lust und Freude hast Du wirklich noch am Sex? Ich weiß, es ist eine sehr intime und vielleicht auch schmerzhafte Frage. Aber wie häufig gibst Du Dich dem Ganzen nur hin, weil in Deinem Kopf das „Baby“ ist?

Trotz dessen, dass mit Sex in Werbung, Liedern und Filmen so freizügig umgegangen wird, ist es für Viele noch ein Tabuthema, das mit Scharm und gefühlten körperlichen Unzulänglichkeiten besetzt ist.

In der Kinderwunschzeit steht dann plötzlich der Sex im Fokus als „notwendige Voraussetzung“ der Wunscherfüllung. Das baut zusätzlich Druck auf. Teilweise kommen sogar Schmerzen hinzu, wenn Du z.B. als Frau an Endometriose leidest. Als Mann spürst Du vielleicht so sehr den Druck, endlich Deiner Frau das größte Glück zu schenken, dass Du eben nicht mehr „Deinen Mann stehen kannst“. Und dann hörst Du, Du sollst wieder Spaß und Freude am Sex empfinden. Das kann ganz schön aufwühlend sein!

Was, wenn die intime Zeit mit Deinem Partner bzw Deiner Partnerin zur Pflichtsache geworden ist?  Wenn Du insgeheim gar keine Lust mehr empfindest, gleichzeitig Dich aber dafür schämst?

Auf keinen Fall willst Du Deiner Partnerin bzw. Deinem Partner das Gefühl gegeben, dass Du keine Lust mehr auf sie oder ihn hast. Ganz häufig ist das auch gar nicht der Fall. Es sind vielmehr die Umstände, die so viel Druck aufbauen. Und Druck ist ein perfekter Lustkiller. Besonders die momentanen Lebensumstände bedeuten für Viele noch mehr Stress und tragen dazu bei, dass der Druck sich erhöht.

Als Mann verspürst Du vielleicht gerade die Unsicherheit für Deine Familie gut sorgen zu können. Das kann so weit gehen, dass Dein Unterbewusstsein Euer Vorhaben sabotiert.

Ein anderes Thema ist Deine eigene Beziehung zu Deinem Körper und zu Deiner Lust, genauso wie der Umgang mit Deinen Gefühlen zu dem Thema. Vielleicht machst Du Dir selbst innerlich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leidenschaftlich bist oder schämst Dich innerlich dafür, dass Du gedanklich „nicht bei der Sache“ bist und nur hoffst, dass Ihr bald fertig seid und schlafen könnt.

Ja, das Ganze ist ein große, komplexes Thema und auch ein sehr intimes Thema, das behutsam angeschaut werden möchte. Das kann dieser Newsletter sicher nicht leisten. Ich spreche es dennoch an, nicht um Dir das Gefühl weiterer Unzulänglichkeit zu geben oder Dir ein schlechtes Gewissen machen zu wollen, sondern ganz im Gegenteil Dir zu sagen, dass das, was Du empfindest verständlich und „normal“ ist.

Bei so viele Frauen und Männer mit Kinderwunsch leidet die Sexualität. Das zeigte bereite eine Internet-Umfrage von 2008 (Breitbach, E. 2008. Sex und Kinderwunsch: Auswertung der Umfrage), in der 53 % der Männer und Frauen angaben, dass Kinderwunsch und Sex sich häufig im Wege stehen. Was könnt Ihr also tun?

So irrsinnig es sich für Dich anhören mag, aber manchmal hilft eine Pause von all dem. Eine Zeit der Regeneration, des Krafttankens, in der Ihr Euch wieder mehr auf die Nähe zu Einander fokussiert.

Dabei ist Kuscheln und Zärtlichkeiten natürlich willkommen und sogar gewünscht. Konzentriert Euch genau darauf. Lest dafür auch gerne meinen Blogartikel „Oxytocin – ein Hormon für alle Fälle“, in dem Ihr eine schöne Anregung für mehr Zeit zu zweit findet.  Vielleicht legt Ihr sogar für ein bis zwei Monate eine Sex-Pause ein und nutzt die Zeit zusätzlich, um Euren Körper gesundheitlich zu stärken und mental abzuschalten. Das ist, als würdet Ihr kurz inne halten, alle Energiereserven sammeln und dann gestärkt und voll Kraft weiter zu laufen.

Wenn Du merkst, dass das Thema für Dich doch noch größer ist, dann empfehle ich Dir von Herzen, Dich mehr in der Tiefe mit Dir, Deinem Körper, Deiner Sexualität und den Gefühlen dahinter zu beschäftigen.

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