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Für mich ist es immer wieder faszinierend zu erkennen, wie viel Einfluss wir täglich durch das, was wir essen und trinken, auf unseren Körper und unser Sein ausüben. Bereits in der Antike wies der griechische Arzt und „Vater der Heilkunde“ Hippokrates auf die Wirkung unseres Essens hin: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“.

Wusstest Du, dass Du mit dem, was Du täglich isst und trinkst Deinen Hormonhaushalt, deine Konzentration, deine Stimmung, deinen Stresslevel und so vieles mehr beeinflusst? Ja, Dein Essen wirkt sich sogar auf Dein  weibliches Zyklusgeschehen aus.

Im Grunde weiß fast jeder, was gesund ist – viel Gemüse, Vollkornprodukte, Obst, Hülsenfrüchte, wenig Fast Food,  Zucker und Alkohol. Doch wie sieht Deine Ernährung im Alltag wirklich aus? Und was kannst Du essen, um Deinen weiblichen Körper noch besser zu unterstützen?

Hierfür können die Lebensmittel in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  • Lebensmittel für die Grundversorgen:
    Liefern dem Körper, die Inhaltsstoffe, die er braucht, um Hormone herzustellen oder abzubauen. Besonders bei Kinderwunsch solltest Du auf eine gute Versorgung u.a. mit B-Vitaminen, Selen, Zink und Omega-3-Fettsäuren achten. Generell positiv wirkt eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung. Eher gegenteilig ist eine Ernährung mit viel Fast Food, Fertiggerichten, Zucker und Fett. Diese Lebensmittel belasten den Körper und begehen „Raubbau“ an den wichtigen Vitalstoffen, so dass diese nicht mehr für ihre eigentlichen Funktionen in ausreichenden Mengen vorhanden sind.

 

  • Lebensmittel mit hormonwirksamen sekundären Pflanzenstoffen:
    Diese Lebensmittelgruppe enthält Pflanzenstoffe, die eine hormonähnliche Wirkung haben. Diese können z.B. die Östrogen- oder Progesteronrezeptoren stimulieren und damit das körperliche Hormon nachahmen. Je nachdem, in welcher Zyklusphase Du Dich befindest, kannst Du durch die entsprechende Auswahl Deinen Körper unterstütze und ihm z.B. bei einem Progesteronmangel einen kleinen Impuls in die richtige Richtung geben. Das „Seed Cycling“ nutzt genau diese Effekte der hormonwirksamen sekundären Pflanzenstoffen, in dem Du in der ersten Zyklushälfte östrogenwirkende Samen und in der zweiten Zyklushälfte progesteronwirksame Samen zu Dir nimmst.
    Beispiele für progesteronähnlich-wirkende Lebensmittel sind: Bananen, Fenchel, Kreuzkümmel
    Beispiele für östrogenähnlich-wirkende Lebensmittel sind: Brokkoli, Hopfen, Salbei

 

  • Lebensmittel, die wirksame Hormone enthalten:
    In manchen Lebensmittel befinden sich – natürlicherweise oder durch unseren menschlichen Lebensstil zugesetzt – die richtigen, wirksamen Hormone. Zumeist handelt es sich hierbei um das Östrogen. Besteht ein Östrogenüberschuss, wie es bei einigen Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch der Fall ist, können diese Lebensmittel die Problematik noch verstärken. Daher sollten diese Lebensmittel reduziert werden.
    Beispiele hierfür sind: Milchprodukte, Fleisch, Leistungswasser

 

  • Lebensmittel, die andere Arten von Hormone triggern:
    Es gibt viele Lebensmittel, die auf irgendein Hormonsystem oder auch den Stoffwechsel Einfluss nehmen und damit auf die generelle Balance unseres Körpers einwirken. Die Hormonsysteme sind alle eng miteinander verbunden und kaum etwas bleibt ohne Wirkung. So ist es auch wichtig, die Lebensmittel im Blick zu haben, die z.B. das Stresssystem triggern oder negativ auf die Schilddrüse wirken. Gleichzeitig befinden sich in den konventionellen Lebensmitteln heute viele chemische Inhaltsstoffe und Pflanzengifte, die auf unseren Körper einwirken. Daher empfehle ich Dir u.a. auf Bio-Qualität zu achten.
    Folgende Lebensmittel solltest Du daher eher in Maßen essen bzw trinken: Kaffee, Alkohol, Zucker, u.a. in plastikverpackte Speisen oder konventionelle Dosen (schau Dir dazu gerne den Blogartikel „BPA – das Gift aus Dosen“ an)

Somit ist eine natürliche, pflanzenbetonte Essensweise am Besten geeignet. Mit leichten Schwerpunkten bestimmter Lebensmittel in der ersten oder zweiten Zyklushälfte kannst nochmal ein kleines Extra für Deine Hormonbalance bewirken.

Nimm Deine Ernährung genauer unter die Lupe. Was könntest Du vermehrt einbauen? Was eher reduzieren? Wie immer gilt jedoch auch hier: zwinge Dich zu nichts, sondern stelle für Dich erst das um, was Dir am Leichtesten fällt.

Für einen Rezepttipp schaue gerne auch folgenden Beitrag an:
Female Food für die erste Zyklushälfte