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Wie sehr lebst Du im Einklang mit Deinem eigenen Rhythmus? Wo lässt Du Dich auf das Auf und Ab Deines Lebens-Zyklus ein und wo kämpfst Du dagegen an? Spürst Du, dass es verschiedene Phasen gibt, die Dich beeinflussen, steuern und Dir unterschiedliche Bedürfnisse schicken?

Alles, was Leben in sich trägt unterliegt einem eigenen Rhythmus – einen stetig sich verändernden Zustand, der sich in bestimmten Zyklen wiederholt. Das ist im Kleinen wie im Großen der Fall. 

Schau Dir beispielsweise den Zyklus eines Jahres an mit den jeweiligen Jahreszeiten. Oder den Zyklus einer Mondphase vom Neumond bis Vollmond und zurück. Auch ein Tag unterliegt diesem Rhythmus von Nacht und Tag.

Egal welchen Rhythmus Du Dir anschaust, jeder hat in den einzelnen Phasen unterschiedliche Qualitäten. Und das ist wichtig. So zieht sich im Winter die Natur zurück, geht in die Ruhepause um Kraft zu tanken, wohin gegen im Frühling und Sommer alles nur so sprießt und nach Außen drängt.

Auch wenn es so scheint, als haben wir Menschen das vergessen, so gehören wie ebenso der Natur an und „funktionieren“ nach unserem eigenen Rhythmus. Je besser Du Dich auf diese verschiedenen Rhythmen deines Körpers und Lebens einlässt, umso mehr bist Du im Einklang mit Dir und Deinem Körper. Das setzt jedoch voraus, dass Du Deine eigenen Rhythmen wahrnimmst und auch Deine jeweiligen Bedürfnisse und Qualitäten beachtest. Das kann bedeuten, dass Du feststellst einen ganz anderen Rhythmus zu haben als Dein/e Partner/in oder ein/e Freund/in. Und das ist gut so. Dein Körper kann Dir bei der Erforschung Deines persönlichen Rhythmus sehr behilflich sein.

Klar sind da die unterschiedlichen Bedürfnisse und Qualitäten der Zyklusphase als Frau, die Dir als Frau helfen, Dich selbst besser kennen zu lernen. Jedoch möchte ich heute auf einen anderen Rhythmus eingehen. Den Rhythmus der Anspannung und Entspannung.

Für uns als Menschen ist der Wechsel von Anspannung und Entspannung sehr wichtig. Allein die Atmung ist ein Wechsel aus Anspannung und Entspannung, denn beim Einatmen spannt sich die Rippen- und Zwerchfellmuskulatur an und beim Ausatmen entspannt sich diese wieder.

Die Atmung ist ein guter Indikator, wie gut Du im Einklang mit Deinem Körper – im Einklang mit Deinem Rhythmus lebst. Es gibt sogar medizinische Hightech- Geräte, die die Atmung messen und Ihrem Einklang mit z.B. dem Herzen beleuchten. Mit einer bewussten und tiefen Atmung kannst Du einen außer Takt geratenen Rhythmus sogar wieder ins Gleichgewicht bekommen.

Auf das Leben an sich bezogen, solltest Du im übertragenen Sinne auch ein Leben führen, dass Spannung enthält (teils als Herausforderung und manchmal eher Stress als spürbar)  und ebenso die Entspannung berücksichtigt (Deine Ruhephasen mit wirklichem Loslassen).

Wenn Du Dein Leben betrachtest, zu wie viel Prozent fühlst Du Dich angespannt und zu wie viel Prozent bist Du innerlich wie körperlich entspannt? Steht dies im Verhältnis? 

Wenn Du feststellst, dass die Anspannung überwiegt, ist es an der Zeit, Dich mehr der Entspannung zu widmen. Häufig versuchen Menschen dann, den Stress zu reduzieren. Dabei liegt der Fokus jedoch auf den Stressoren und all dem, was belastet. Viel sinnvoller ist es, die Entspannung aktiv auszubauen. Mein Tipp lautet daher:

Lass die Herausforderungen des Alltags wie sie sind. Versuche vielmehr Dir Raum für aktive Entspannung zu kreieren. Das muss nichts Großes sein – auch Mikropausen im Alltag helfen, wenn Sie bewusst wahrgenommen und genossen werden.

Hierfür hilft Dir vielleicht die folgende Übung:

Mach Dir hierfür eine Kraftquellen- und Entspannungs-Liste mit drei Spalten.

In der ersten Spalte schreibst Du ganz kleine Dinge auf, die Du untertags als Mikropausen einbauen kannst. Das kann z.B. eine Tasse Tee sein, oder ein bestimmtes Lied.

In der zweiten Spalte kommen etwas größere, jedoch kosten- und partner-unabhängige Dinge hinein, wie z.B. ein Bad nehmen, ein gutes Buch lesen, einen Spaziergang machen.
Die dritte Sparte ist nun für all das andere, was Du Dir immer wieder gönnen und einplanen möchtest, was Dich entspannt und Dir gut tut. Das darf auch so etwas sein, wie ein Wellness-Wochenende, schick Essen gehen, ein Mädls (oder Jungs-) Abend.

Drucke Dir die Liste aus oder speicher sie Dir auf Deinem Handy ab. Lese sie Dir immer wieder durch, ergänze sie und baue aktiv die kleinen wie größeren Entspannungs-Hilfen in Deinen Alltag ein.

Finde für dich wieder Deinen Rhythmus und tanze in Deinem Tempo und zu Deinem persönlichen Beat durchs Leben. Dann kommt alles, auch das Hormonsystem und Dein Wohlbefinden wieder ins Gleichgewicht.