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„Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab“

(Markus Aurelius)

Das, was wir täglich denken, beeinflusst unser Körpergeschehen. Ja, wirklich, unsere Gedanken können unseren Hormonhaushalt beeinflussen, unsere Atmung, den Herzschlag, unseren Alterungsprozess. Gleichzeitig haben Sie Einfluss auf unser Wohlbefinden, unser Verhalten und damit auch auf unsere Lebenszufriedenheit.

Schätzungen zufolge denken wir täglich rund 60.000- 80.000 Gedanken pro Tag. Ca. 95 % sind unbewusst. Die Art wie wir denken wird von klein auf antrainiert. Das traurige ist, dass die meisten Menschen (zumindest bei uns) auf selbstkritische und negative Gedanken programmiert wurden. Das heißt, dass lediglich um die 3 %  unserer Gedanken aufbauend sind.

Hör Dir selbst einmal zu, wie Du über Dich denkst (und sprichst). Ist das liebevoll und motivierend? Wie oft „schimpfst“ Du mit Dir oder beurteilst Dich strenger, als Du jede andere Person beurteilen würdest?

Dieses ständige „Geplapper“ im Hintergrund beeinflussen uns enorm. Die gute Nachricht ist, dass wir unsere Gedankenstruktur verändern können. Durch Achtsamkeitstraining kannst Du beispielsweise gezielt Deine Gedanken beobachten lernen. Das ist bereits eine wichtige Voraussetzung. Dann gilt es jedoch einen Schritt tiefer an den Ursprung der Gedanken zu gehen – an die sogenannten Glaubenssätze. Dies sind unsere Lebenseinstellung – unsere Art uns selbst und die Welt zu sehen und das, womit Du Dich identifizierst.

Es ist sehr wichtig die Ebene der Identifikation mit einzubeziehen, wenn wir unsere Gedankenstrukturen nachhaltig verändern möchten. Denn unsere Gedanken entstehen wiederum aus unserer Identifikation, also aus dem, wovon wir überzeugt sind.  

Besonders beim Thema Kinderwunsch können so viele blockierende Glaubenssätze im Weg stehen. Schau gerne mal bei Dir hin. Stell Dir z.B. eine Frage und lausche der Antwort, die da aus Dir entsteht:

Was glaubst Du mittlerweile über Dich wenn es um das Thema  „schwanger werden“ geht?

Vielleicht entdeckst Du hier Gedanken wie: „Bei mir ist es schwierig“ oder „ich /wir haben Probleme damit“ „bei allen klappt es, nur nicht bei mir /uns“. Solche Art der Gedanken deutet darauf hin, dass Du Dich mittlerweile damit identifizierst, dass es schwierig ist. Natürlich ist das mehr als verständlich, wenn es schon längere Zeit nicht geklappt hat. Doch durch das Gefühl “wir gehören in die Kategorie Problemfall“ verstärkt sich Deine negative Programmierung. Mach Dir aber bitte keinen Vorwurf, wenn Du Gedanken solcher Art entdeckst. Denn es ist mehr als menschlich. Gleichzeitig heißt es nicht, dass es dabei bleiben muss. Diese Gedanken quälen Dich und erzeugen wie beschrieben weitere Blockaden. Denn mit diesen Gedanken schickst Du jedes Mal ein Signal an Deinen Körper das heißt „es gibt Probleme schwanger zu werden“. Dies wirkt wie eine unbewusste Programmierung.

Was also tun? Ich habe Dir bereits in einem anderen Artikel Möglichkeiten an die Hand gegeben, was Du in den akuten Situationen tun kannst, wenn solche Gedanken auftauchen. Lies Dir hierfür gerne nochmals den Artikel „Stopp die quälenden Gedanken“ auf meinem Blog durch. Doch wie kann man die innere Identifikation, die innere Programmierung verändern, so dass solche Gedanken erst gar nicht mehr auftauchen?

Zwei sehr wirksame Verfahren sind die Hypnose und das systemische Coaching. Ich selbst habe mit beiden Methoden sehr gute Erfahrung gemacht, mich jedoch auf das systemische Coaching spezialisiert. Dabei werden Themen in ihrem Ursprung erfasst und verändert. Das systemische Coaching schafft es auf faszinierende und sehr effektive Weise, die unbewussten Programmierungen dar zu stellen und gleichzeitig im Unterbewusstsein zu verändern. Dazu muss das dahinterliegende Thema gar nicht ausgesprochen werden.

Es gibt Möglichkeiten wie Du selbst Glaubenssätze verändern kann, wenn auch nicht so einfach und schnell. Vielleicht hast Du schon mal etwas von Affirmationen gehört. Auch hierfür kannst Du gerne mehr in meinem Blogartikel „Die positive Wirkung von Affirmationen“ erfahren. Affirmationen helfen gut in akuten oder bei „oberflächlichen“ Themen. Doch wenn eine Überzeugung tiefer sitzt, oder etwas „Älteres“ darunter liegt, was die Überzeugung speist, dann sind Affirmationen nicht stark genug. Dann müssen wir auf die Ebene der Identifikation. Wenn Du hier selbst mit Dir arbeiten möchtest, empfehle ich Dir folgende Vorgehensweise:

Stelle Dir eine Person vor, die ebenfalls einen Kinderwunsch hat, jedoch fest davon überzeugt ist, dass es gleich klappen wird. Lass Sie uns Tanja nennen. Vielleicht warst Du sogar einmal so eine Person wie Tanja. Dann überlege Dir, wie fühlt, denkt und handelt Tanja, wenn sie jetzt „loslegen“ und sie davon überzeugt ist, ganz schnell schwanger zu werden?

Nimm Dir eine konkrete Situation vor, in der Du selbst mittlerweile ganz unterschiedlich denkst, fühlst und handelst. Und dann versuche Dich in Tanja hinein zu versetzen. Versuche Dir Tanja´s Gefühl vorzustellen, das, was sie denkst und wie sie sich verhält. Dann kommt der Übungspart, der manchmal etwas Geduld und Vertrauen braucht: achte ab jetzt im Alltag immer mehr auf Situationen, wo Du und Tanja anders reagieren würdet. Versuche immer mehr in die Denkweisen und Gefühlswelten von Tanja einzutauchen, die überzeugt ist, dass es ganz bald klappt. Ich weiß, das ist eine große Herausforderung und nicht immer einfach. Aber es ist eine Möglichkeit, die funktioniert.

Zudem möchte ich Dir eine weitere Übung mitgeben. Sie soll Dir helfen, generell positivere optimistischere Gedanken zu pflegen. Ein absoluter Klassiker hierfür ist das Dankbarkeitstagebuch. Als kleines Abendritual notierst Du Dir jeden Abend, wofür Du heute dankbar bist:

  • Was ist heute passiert in Deinem Leben, das Dich dankbar macht?
  • Was hast Du heute erlebt, das Dein Leben bereichert hat?
  • Was hat sich heute besser entwickelt, als es hätte laufen können?

Nimm Dir vor mindestens drei Punkte zu finden. Manchen Menschen fällt dies zu Beginn recht schwer. Starte gerne auch ganz „klein“. So kann beispielsweise ein Punkt sein, dass Du trocken in die Arbeit gekommen und nicht vom Regenschauer erfasst worden bist. Oder dass Du das Geld hattest, Dir einen Kaffee zu leisten. Ich bin mir sicher, Du findest einige Punkte. Wichtig dabei ist nur, dass Du bei jedem Punkt verharrst und wirklich die Dankbarkeit dafür versuchst zu spüren. So erhöhst Du den Effekt der Übung.

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei all diesen Übungen. Ich freue mich sehr, wenn Du mich an Deinen Gedanken und Erfahrungen dazu teilhaben lässt. Schreibe mir hier einfach einen Kommentar unter diesen Artikel. Ich danke Dir.