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kannst Du Dir vorstellen, die viel Power notwendig ist, um ein Baby zu zeugen? Da leistet die Eizelle und auch das auserwählte Spermium ganze Arbeit. Besonders die Eizelle benötigt enorme Mengen an Energie, um nach der Befruchtung fehlerfrei die vielen Schritte der Zellteilung durchzuführen. Doch woher kommt diese Energie? Und wie sorgst Du dafür, dass diese Energie ausreicht, damit ein Embryo heranwächst?

Jede Zelle unseres Körpers hat mehrere Energiekraftwerke. Das sind die Mitochondrien. Sie versorgen die Zelle mit der notwendigen Energie, damit sie ihre Arbeit machen kann. Je nach Art der Zelle variiert die Anzahl der Mitochondrien. Die Eizelle ist dabei der absolute Champion.

Während durchschnittliche Zellen 1000-1500 Mitochondrien besitzen, erhalten Herz-, Leber – und Nervenzellen mit ihren ca. 5000 Mitochondrien schon viel Power. Die weibliche Eizelle hingegen wartet mit über 100.000 Mitochondrien auf. Sie ist die Zelle mit den meisten Energiekraftwerken. Ein Spermium kommt gerade mal auf 50-100 Mitochondrien, die ihm helfen zur Eizelle zu schwimmen und in diese einzudringen.

Im Laufe des Lebens nehmen unsere Mitochondrien Schaden. Sie funktionieren nicht mehr optimal und somit erhält die Zelle nicht mehr ausreichend Energie, um ihre Arbeit zu machen. Dies hat unterschiedlichste Folgen. Hinsichtlich der Fruchtbarkeit bedeutet das jedoch eine starke Abnahme der Eizellqualität.

Einige Studien bestätigen mittlerweile, dass die ausreichende Energieversorgung der Eizelle eine der wesentlichsten Voraussetzungen ist, damit sich ein Embryo optimal entwickeln kann.

Nun ist es nicht so, dass die Mitochondrien einfach so kaputt gehen. Vielmehr beeinflussen wir deutlich durch unseren Lebensstil, in wieweit die Mitochondrien fit sind oder schlapp machen. Wir nehmen zudem Einfluss auf die Erneuerung der Mitochondrien und ihre Anzahl. Höchste Zeit also, dass Du Deiner Zellpower mehr Aufmerksamkeit schenkst. In diesem Zusammenhang habe ich gleich zwei gute Nachrichten für Dich:

  1. Die Qualität der Mitochondrien lässt sich aktiv steigern
  2. Es gibt unglaublich viele Ansatzpunkte, um die Mitochondrien zu stärken und zur Erneuerung anzuregen.

 

Hier sind einige Tipps für Dich, um Deine Zellpower zurück zu gewinnen:

 

  • Bewegung: Körperliche Bewegung und Sport regen die Neuproduktion der Mitochondrien an. Die richtige Bewegung sorgt dafür, dass uneffektive Mitochondrien beseitigt werden, so dass Platz gemacht wird für neue fitte Mitochondrien. Ideale Sportarten sind z.B. Schwimmen, Pilates oder Krafttraining. Sehr effektiv ist das HIIT-Training (Hochintensives Intervalltraining). Doch ist es enorm wichtig, dabei die richtige Dosis zu finden und erst damit zu beginnen, wenn Du einen bestimmten Trainingsgrad erreicht hast. Denn ansonsten ist das HIIT sogar schädlich und kontraproduktiv. Am Idealsten ist das moderate Intervall-Training. Hierbei reichen 2-3 mal pro Woche 20 Minuten aus. Wechsle dabei alle 2-3 Minuten z.B. zwischen Gehen und schnellem Joggen ab. Generell gilt für einen gesunden Sport immer ausreichend Ruhephasen einzulegen und nicht stetig über Deine Grenzen zu gehen.

    Wenn Du mehr wissen willst, schau gern auch hier vorbei:
    „Neuer Schwung für Eure Fruchtbarkeit“

 

  • Schlaf: Deine Schlafqualität beeinflusst in großem Maße die Qualität Deiner Powerkraftwerke. Denn unser Schlafhormon Melatonin ist für die Gesundheit und Funktion unserer Mitochondrien unabdingbar. Schlaf spornt die Mitochondrien zur Energiegewinnung an. Gleichzeitig reduziert es direkt im Mitochondrium die freien Radikale, die es ansonsten schädigen. Sorge also dafür, dass Du abends zur Ruhe kommst, gehe rechtzeitig ins Bett und gönn Dir ausreichend Schlaf. Das reduziert zudem Deinen Stresslevel, der wiederum ein eigener wichtiger Einflussfaktor auf unsere Mitochondrien ist.Für noch mehr Infos und Tipps rund um das Thema „Schlaf“ lies Dir gerne auch folgende Artikel durch:
    „Mit gutem Schlaf zum Babyglück“
    „Melatonin – so wichtig ist das Schlafhormon für die Babyträume“
    „5 wertvolle Tipps für einen erholsamen Schlaf“

 

  • Atmung: Die Art Deiner Atmung steht in direktem Zusammenhang, wie viel Sauerstoff Deinen Powerkraftwerken zur Verfügung steht, um ausreichend Energie zu produzieren. Eine tiefe, ruhige Atmung flutet die Zellen mit Sauerstoff. Sauerstoff wiederrum ist ein wichtiger Bestandteil, um aus unserer Nahrung in den Mitochondrien Energie zu gewinnen. Achte daher auf eine tiefe Bauchatmung. Schon 10 Minuten Atemübungen pro Tag können Dir helfen generell Deine Atemqualität zu verbessern. Gleichzeitig nimmst Du über die Atmung direkten Einfluss auf den körpereigenen Stresslevel. Natürlich ist auch regelmäßiges Lüften und Bewegung an der frischen Luft ein wichtiger Faktor.

 

Damit Du gleich starten kannst, Deine Mitochondrien zu stärken,  gebe ich Dir gerne eine kleine praktische Atemübung an die Hand:

 

Kennst Du die Wechselatmung? Sie ist eine wichtige Atemübung aus dem Yoga und wird dort „Nadi Shodana“ genannt. Ihr wird nachgesagt, Deine Lungenkapazität zu stärken, die Sauerstoffmenge in Deinen Zellen zu erhöhen und Dir innere Ruhe und Konzentration zu schenken.

 

So geht´s:

  • Setze Dich bequem hin, sorge für ein paar Minuten Ruhe und schließe die Augen.
  • Spreizte die Finger Deiner rechten Hand. Klappe den Zeige- und Mittelfinger ein. Lasse den Daumen, Ring- und kleinen Finger ausgestreckt.
  • Bringe den Daumen der rechten Hand zum rechten Nasenloch und verschließe es.
  • Atme langsam und gleichmäßig über Dein linkes Nasenloch tief in den Bauch ein. Zähle dabei bis 4.
  • Schließe das linke Nasenloch mit der Kuppe Deines Ringfingers, halte den Atem für etwa 6 Sekunden an.
  • Öffne das rechte Nasenloch, in dem Du den Daumen wegnimmst und atme langsam, und gleichmäßig für 6 Sekunden aus. Das andere Nasenloch bleibt verschlossen.
  • Halte nach dem Ausatmen ebenfalls für 4 Sekunden an.
  • Dann starte mit der tiefen, gleichmäßigen Einatmung für 4 Sekunden über das rechte Nasenloch.
  • Lege den Daumen wieder auf das rechte Nasenloch um es zu verschließen, halte für 6 Sekunden.
  • Nimm auf der linken Seite den Ringfinger weg und lasse die Luft langsam für 6 Sekunden ausströmen.
  • Halte 4 Sekunden in der Leere bevor Du von Neuem beginnst.

 

Übe diese Art der Atmung täglich für 10-20 Runden. Beobachte, welche Veränderungen Du wahrnehmen kannst.

 

Hinterlasse mit gerne einen Kommentar, wie Du Deinen Mitochondrien etwas Gutes tust. Ich freue mich auf den Austausch mit Dir.